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09.02.2010 18:37 Uhr die Alarmempfänger der SEG Wasserwacht Schleiz und der Freiwilligen Feuerwehr Schleiz gehen los.

Was ist passiert?

Die Durchsage der Rettungsleitstelle Saalfeld lässt nichts Gutes ahnen. Eine jugendliche Person ist auf dem Ausgleichsbecken Burgkhammer in der Nähe der Staumauer eingebrochen. Näheres sei nicht bekannt.

Die Saale-Staustufe zeigte sich bei einigen Grad unter Null und einem kalten Wind von einer ungemütlichen Seite. Die vielen Stau- und Ablassaktivitäten der letzten Tage ließen das Eis am Rand stark brechen und auch weiter draußen waren viele Risse im Eis zu erkennen.

Obwohl es sich bei dem Einsatz um eine gemeinsam geplante Übung handelte, vermittelten das Szenario und die äußeren Umstände eine sehr realistische Einsatzsituation.

Das ständige Ablassen und Pumpen zur Stromerzeugung im Pumpspeicherkraftwerk Bleiloch verursachte diesen aufgerissenen Eisrand.
Unser vermeintliches Opfer, kurz bevor sie sich in das ca. 1°C kalte Wasser begab. Der Neoprenanzug schützt nur begrenzt vor der Kälte, so dass sie erst ins Eisloch stieg, als die Einsatzfahrzeuge schon zu hören waren.
Gleichzeitig mit den SEG Wasserwacht und der FFW Schleiz wurden auch die Kammeraden der Feuerwehr Burgk alarmiert. Sie übernahmen die Absicherung des Opfers. Die beiden Wasserretter machten sich auf den Weg zum Opfer, mit dabei das Spinboard. Vergangene Übungen zeigten, dass es das ideale Rettungsmittel für solche Einsatzsituationen ist.
Die Wasserretter und das Spinboard wurden dabei ständig von Land aus gesichert. Zwischenzeitlich brachte die FFW Schleiz die Drehleiter in Stellung, um das Opfer per Rollgliss über die steile Böschung zu transportiern.
An der Einbruchstelle angelangt, begab sich ein Wasserretter mit ins Wasser, da nur so eine sichere Fixierung des Opfers auf dem Spinboard möglich ist. Vergangene Übungen zeigten, dass es einem Opfer nach mehr als 5 Minuten nicht mehr möglich ist, sich irgendwo festzuhalten. So ist diese Fixierung besonders wichtig.
Die Übung wurde durch einen recht weiten Weg vom Ufer bis zur Einbruchstelle absichtlich erschwert. So waren auch die Leinenführer an Land gefordert, als die 50m der Sicherungsleinen zu Ende gingen. Schließlich konnte das Opfer aus den Eisloch befreit werden.
Bei viel Schnee auf der Eisdecke kann der ausschließliche Transport des Opfers mittels Spinboard zum Ufer erschwert sein, da sich das Spinboard auf Grund seiner Form in den Schnee eingraben kann. So wurde eine Korbtrage zur Einsatzstelle gezogen und das Opfer mitsammt des Spinboards in die Korbtrage gelegt.
Nun konnten die Einsatzkräfte am Ufer, die Korbtrage mit den Opfer zurückziehen, ohne dass die beiden Wasserretter große Anstrengungen des Transportes hatten. Die Drehleiter steht bereit, um die Korbtrage mit dem Opfer die Böschung hinauf zu transportieren.
Doch kam den Wasserrettern das dünne und schollenartige Eis am Ufer in die Quere. So musste mit vereinten Kräften die Korbtrage wieder aus den Schollen befreit werden. Wenige Augenblicke später hing sie sicher an der Drehleiter.
Der Rest war wohl eher Routine und hat hervorragend geklappt. Schnell war unser Opfer die Böschung oben. Und auch die Übernahme am Ufer sowie der Transport in das zeitgleich aufgestellte Rettungszelt war kein Problem.
Abschließend kann die Übung als ein Erfolg gewertet werden.

Von der Vorbereitung der Übung über die Rettung selbst und bei der gemeinsamme Auswertung war eine gewinnbringende Zusammenarbeit zu spüren. Schwächen in einzelnen Bereichen wurden aufgedeckt und angesprochen. Die Ausbildung der nächsten Wochen soll diese Punkte für die Zukunft vermeiden.
Die Eisrettung in Burgkhammer wird somit hoffentlich nicht die letzte gemeinsamme Übung gewesen sein.
Vielen Dank an alle Beteiligten und eine Dank auch an Ronny Schubert von der Feuerwehr Schleiz für die Bereitstellung der Fotos.